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Tango
Tango - Tanz, Musik & Instrumente ... die Mischung macht es.



Die musikalischen Elemente, die zur Entstehung des Tango
Argentino beigetragen haben, sind vielfältig. Ein „Urtango“
ist nicht überliefert. Zwar sind die afroamerikanischen
Elemente in Rhythmus und Choreografie des Tangos kaum noch
zu erkennen, doch war der Candombe der Kreolen und Afrikaner
ein wichtiger Einfluss. Ursprünglich war der Candombe eine
kultische Tanzpantomime, in der Elemente afrikanischer
Religionen und katholischer Heiligenverehrung verschmolzen.

Ein ebenfalls wichtiger Einfluss ist die Habanera.
Ihre Entstehung wird um 1825 auf Kuba angesetzt und ab 1850
hatte sie in Spanien, aber auch in Frankreich große
Popularität erreicht. Sie erreichte den Río de la Plata
auf dem Wege über Paris, denn die bessere Gesellschaft
imitierte alles, was in Frankreich gefiel.

Auch der Einfluss mitteleuropäischer Einwanderer ist nicht gering. Die Polen brachten ihre Mazurka und
die Böhmen ihre Polka. Die Deutschen fügten nicht nur das Bandoneon hinzu. Als Tanz brachten sie den
Walzer und Ländler mit seinen Drehungen ein. Ein weiterer, nicht ganz so offensichtlicher Beitrag (ab den 1870er Jahren) stammt von der Maxixe, dem sogenannten brasilianischen Tango, der im Wesentlichen die gleichen Ursprünge hat wie der Argentinische. Aus diesem Sammelsurium städtischer Musik und Tänze, vermischt mit den ländlichen Payadas der Gauchos, entstand die städtische Milonga. Etwa um 1880 begann man in Buenos Aires und Montevideo zu dieser Musik zu tanzen. Später verlangsamten sich die leichten, fröhlichen Lieder der Milonga zum ernsteren Tango. Vicente Rossi hat den Tango als eine Milonga mit cortes y quebradas („mit Schnitten und Brüchen“) gesehen, d. h. mit Pausen und Posen – ohne den kontinuierlichen Fluss der Milonga!

Flöte, Violine und Gitarre waren zunächst die Standardinstrumente der durch Kneipen, Tanzsäle und Straßen ziehenden Musiker. Später setzten sich Klavier und Bandoneón als typische Tangoinstrumente durch. In den Hafenvierteln, den Barrios (Stadtteilen) und den Arrabales (Vorstadt-Gebieten), in einem Milieu von Arbeitslosigkeit, Kleinkriminalität und Prostitution, wurde der Tango zum Ausdruck existentieller Not und menschlicher Einsamkeit des Porteño (span.: Hafenstadtbewohner – so bezeichnen sich die Einwohner von Buenos Aires selbst).

Die Instrumente des Tango Orchester wechseln sich in ihrer Funktion als Rhythmusinstrumente oder als tragende Instrumente für Thema und Contrecanto ab. Das Tango Orchester spielt z.T. polyphon (mehrstimmig) und die Instrumentengruppen sind i.d.R. gleichgeordnet.

Ein Tango-Orchester (sogen. Sexteto tipico) besteht typischerweise aus einem Piano, einem Kontrabass, zwei Violinen und zwei Bandoneons. Es sind jedoch viele Vatiationen möglich. So etwas die minimale Instrumentierung (Bandoneon solo) bis hin zu Mammutorchestern mit teilw. über 30 Musikern (um 1940 üblich).

Das typische Tangoinstrument schlechthin ist das Bandoneon. Das Bandoneon wurde von Einwanderern um 1880 nach Argentinien gebracht. Sein Klangbild kommt dem melancholischen Charakter des Tango wesensnah. Es klingt in den höheren Lagen wie eine Violine; dies vereinfacht das Zusammenspiel mit diesem Instrument.


Die Technik des Spiels und der Einsatz des Klangcharakters in der Instrumentierung waren nicht fixiert. Sie konnten deshalb in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts bis zur Virtuosität geführt werden. Roberto Firpo führte das Klavier in das Tangoorchester ein. Francisco Canaro machte den Kontrabass durch die Integration eines Jazz-Bassisten in das Orchester zum festen Bestandteil des Tango-Orchesters. Neben den instrumentellen Formen des Tango Argentino gibt es auch die Form des Tango-Cancion (Tango-Gesang). Hier wird ein Sänger oder Sängerin instrumentell begleitet. Bekanntester Tango-Sänger ist bis heute Carlos Gardel.

Bekannte Tangostücke sind La Cumparsita und El Choclo, weiterhin Libertango von Astor Piazzolla. Bekannte Tango-Komponisten und Musiker sind: Carlos Gardel (s.o.), Roberto Firpo (Pianist), Francisco Canaro (Violinist), Anibal Troilo, Osvaldo Fresedo und Astor Piazzolla (Bandoneonisten) sowie Osvaldo Pugliese (Pianist). Die erste veröffentlichte Partitur, die als Tango für Klavier bezeichnet wurde, trägt den Titel El Entreriano und stammt aus der Feder von Anselmo Rosendo Mendizábal.
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